Abteilung ‚Integration und Konflikt’
Forschungsprogramm
Soziale Akteure – sowohl Gruppen als auch Individuen – sind in soziale Systeme eingebunden. Dies kann durch Identifizierung mit anderen oder durch Betonung der Unterschiede und Herausbildung von komplementären Beziehungen geschehen. Auch gewaltsame Konflikte können als soziale Systeme betrachtet werden. Opponenten können ähnliche Strategien und Symbole wie die Gegenseite entwickeln, oder sie reagieren aufeinander mit neuen unvorhergesehenen Strategien, die Verhaltensregeln missachten, und mit denen die andere Partei nicht umgehen kann. In beiden Fällen kann man von Systemintegration sprechen.
Schlüsselkonzept für den Forschungsansatz der Abteilung „Integration und Konflikt“ ist daher die Konstruktion von Identität und Differenz. Diese Konstruktionsprozesse können in verschiedenen Bereichen beobachtet werden: Verwandtschaft, Freundschaft, Sprache und Geschichte – häufig verschmolzen zu verschiedenen Formen von ‚Ethnizität’ – und das Festhalten an verschiedenen Komplexen von Ritualen und Glaubensformen, einschließlich Corporate Religions im modernen Sinn. Es werden Modelle auf individueller und supra-individueller Ebene geschaffen, um zu beobachten, wie Entscheidungen zwischen alternativen Identifikationen getroffen werden.
Die Abteilung ist auf weltweite Vergleiche ausgerichtet.
Gebiete der praktischen Anwendung sind unter anderem Konfliktmediation und Beratungstätigkeit in der Entwicklungspolitik.
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Abwanderung und ihre Folgen für Westafrika
3. April 2018
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Wie Feindbilder entstehen
29. März 2018
Publikationen über die Abteilung 'Integration und Konflikt'
Abteilung 'Integration und Konflikt im Jahrbuch 2001 der Max-Planck-Gesellschaft
(Deutsch)
Abteilung 'Integration und Konflikt' im Jahrbuch 2004 der Max-Planck-Gesellschaft
(Deutsch)
Max Planck Institute for Social Anthropology – Abteilung I – Bericht 2007
(Deutsch)
Abteilung 'Integration und Konflikt' im MPI for Social Anthropology Report 1999-2001
(Englisch)
Abteilung 'Integration und Konflikt' im MPI for Social Anthropology Report 2002-2003
(Englisch)
Online Publikationen
Fulbe Pastoralists in Eastern Sudan and Western Ethiopia: a documentation
(Günther Schlee)
Ethiopian Diary 2001 - 2002 / Tagebuch Äthiopien 2001-2002
(Günther Schlee)
Radio Programme / Multimedia
Deutschlandradio Kultur, 29.10.2014 (8.30 min)
Ebola-Epidemie "Man lässt keine Kranken allein". Anita Schroven im Gespräch mit Dieter Kassel.
ORF Radiointerview am 9. Dezember 2003, 19.05 Uhr -19.30 Uhr, (Radio Österreich), Hörfunkprogramm Ö1, 25 mins (MP3-Download, 14.7 Mb)
