Ursula Rao zum Mitglied der Leopoldina gewählt

19. Februar 2026

Ursula Rao, Direktorin am Max-Planck-Institut für ethnologische Forschung, wurde Ende 2025 zum Mitglied der Nationalen Akademie der Wissenschaften Leopoldina gewählt. Die Akademie hat rund 1700 Mitglieder aus über 30 Ländern. Hauptaufgabe der Leopoldina ist es, für politische Entscheidungsträger wissenschaftliche Erkenntnisse nutzbar zu machen und so zur aktiven Gestaltung einer demokratischen Gesellschaft und einer lebenswerten Umwelt beizutragen.

Hohe Auszeichnung für die wissenschaftliche Fachkompetenz
Das Verfahren, in dem die Leopoldina neue Mitglieder wählt, ist streng vertraulich. Vorschläge können ausschließlich von Akademie-Mitgliedern eingereicht werden und unterliegen einem mehrstufigen Auswahlverfahren, das bis zu einem Jahr dauert. „Man erfährt dabei auch nicht, dass man nominiert wurde und wird erst informiert, wenn das Verfahren abgeschlossen ist und ein positives Votum vorliegt“, sagt Ursula Rao. „Ich war deshalb völlig überrascht, als ich im Dezember letzten Jahres ein Schreiben erhielt, in dem mir mitgeteilt wurde, dass ich zum Akademiemitglied gewählt wurde.“ Die Mitgliedschaft in der Leopoldina gilt als außerordentlich hohe Auszeichnung und Anerkennung der wissenschaftlichen Fachkompetenz auf internationalem Niveau. Rao: „Es ist eine ganz besondere Ehre für mich, gemeinsam mit anderen Akademie-Mitgliedern arbeiten zu dürfen und zu aktuellen Fragestellungen in der politischen Diskussion oder zu gesellschaftlichen Herausforderungen, Stellungnahmen zu erarbeiten und Lösungen für komplexe Probleme vorzuschlagen.“

Forschung zu den Folgen von Digitalisierung und Klimawandel
Rao ist auf dem Gebiet der Politikberatung nicht unerfahren. Als Mitglied des Wissenschaftsrats ist sie seit drei Jahren an der Ausarbeitung von Stellungnahmen und Empfehlungen für politische Entscheidungen beteiligt. Kürzlich wurde sie für eine weitere Amtszeit von drei Jahren in dieses bedeutende Beratunsgremium berufen. „Ich freue mich auch deshalb so über die Wahl in die Leopoldina, weil ich dort auf der Grundlage meines Wissens und meiner Erfahrung dazu beitragen kann, die Stimme der Wissenschaft zu stärken und deutlich vernehmbar zu machen.“ Ursula Rao ist Expertin für die Entwicklung und Implementierung digitaler Bürokratie in Indien. Auf der Basis empirischer Feldforschung entwickelt sie eine Theorie, die erklärt, wie sich digitale Prozesse und Medien auf den Charakter der öffentlichen Verwaltung und auf die Beziehung zwischen Verwaltung und Politik auswirken. In einem neuen Forschungsprojekt steht die Frage nach dem Überleben unter den Bedingungen von Luftverschmutzung und Wasserknappheit in indischen Großstädten im Zentrum ihrer Arbeit.

Die Leopoldina
Die 1652 gegründete Deutsche Akademie der Naturforscher Leopoldina ist mit ihren rund 1.700 Mitgliedern aus nahezu allen Wissenschaftsbereichen eine klassische Gelehrtengesellschaft. Sie wurde 2008 zur Nationalen Akademie der Wissenschaften Deutschlands ernannt. In dieser Funktion hat sie zwei besondere Aufgaben: die Vertretung der deutschen Wissenschaft im Ausland sowie die Beratung von Politik und Öffentlichkeit.
https://www.leopoldina.org/


Kontakt für diese Pressemitteilung
Prof. Dr. Ursula Rao
Max-Planck-Institut für ethnologische Forschung
Abteilung ‘Ethnologie, Politik und Governance’
Advokatenweg 36, 06114 Halle (Saale)
Tel.: 0345 2927-100
Mail: rao@eth.mpg.de
https://www.eth.mpg.de/rao

Kontakt für die Presse
Stefan Schwendtner
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Max-Planck-Institut für ethnologische Forschung
Advokatenweg 36, 06114 Halle (Saale)
Tel.: 0345 2927-425
Mail: schwendtner@eth.mpg.de
http://www.eth.mpg.de

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