Erfahren, was Ethnologen erforschen – Drei Vorträge bei der Langen Nacht der Wissenschaften geben Einblicke

22. Juni 2026

Wie sieht die Gesundheitsversorgung der Zukunft in Sachsen-Anhalt aus? Ist die Digitalisierung eine Chance oder eine Gefahr? Wie gelingt es Migrantinnen in Halle, ein Gefühl der Zugehörigkeit zu entwickeln? Und wie beeinflusst die Globalisierung die Lebenswelt queerer Gemeinschaften in Namibia? Mit diesen Fragen beschäftigen sich Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des Max-Planck-Instituts für ethnologische Forschung und der Medizinischen Fakultät der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg bei der Langen Nacht der Wissenschaften am Freitag, 3. Juli 2026.

Paula Brake, Franziska Fink, Axel Kiehn, Eva Steinberger
Gesundheit geht alle an: Gemeinsam die Zukunft der Gesundheitsversorgung gestalten
17:00–18:00 Uhr, Melanchthonianum am Uniplatz, Hörsaal D
Wie können Menschen bei Entscheidungen über Gesundheit mitwirken? Welche Formen der Beteiligung sind notwendig? Welche Vorstellungen von guter Versorgung fließen ein? Wer trägt die Verantwortung? Und wie entsteht Vertrauen zwischen Forschung, Praxis und Gesellschaft? Sachsen-Anhalts Gesundheitswelt verändert sich rasant, geprägt vom demographischen Wandel. In der Region entstehen deshalb gerade neue digitale Wege der Gesundheitsversorgung. Forschende der Medizinischen Fakultät und des Max-Planck-Instituts für ethnologische Forschung begleiten diese Prozesse wissenschaftlich und wagen den Blick nach vorn: Wie schaffen wir es gemeinsame Grundlagen zu schaffen, die uns allen eine gesunde Zukunft ermöglichen? Wir laden Interessierte dazu ein, über ihre Rolle in diesen gesundheitlichen Wandlungsprozessen nachzudenken. In kurzen Impulsen und offenen Gesprächen geben wir Einblicke in aktuelle Projekte, die Menschen aktiv in die Entwicklung digitaler Gesundheitstechnologien einbeziehen.

 

Ceren Deniz
Nähe spüren, Zugehörigkeit gestalten: Einblicke in den Alltag von Frauen in Halle
18:00–19:00 Uhr, Melanchthonianum am Uniplatz, Hörsaal D

Diese interaktive Veranstaltung lädt die Teilnehmer:innen ein, Fotografien und Kunstwerke von Migrantinnen und nicht-migrantischen Frauen aus zwei Beteiligungsprojekten in Halle (Saale) kennenzulernen. Sie zeigen, wie die Frauen ihren Alltag in der Stadt erleben und navigieren – in Begegnungen mit Orten, Institutionen und anderen Menschen. Teilnehmende Beobachtungen in diesen Projekten verdeutlichen, wie Identität und Zugehörigkeit im Alltag ausgehandelt werden, oft vor dem Hintergrund von Herausforderungen wie Bürokratie, Ausgrenzung oder Sorgearbeit. Die Diskussion eröffnet die Möglichkeit, Fragen wie die folgenden zu behandeln: Was bedeutet es, in einem Umfeld zu leben, in dem Zugehörigkeit nicht immer gegeben ist? Wie könnten diese Erfahrungen auch Menschen betreffen, die nicht migriert sind, aber ebenfalls Ausgrenzung erlebt oder Schwierigkeiten hatten, ein Gefühl von Zugehörigkeit zu finden? Alle sind herzlich eingeladen, sich aktiv einzubringen.

 

Max Fuchs
Feldforschung mit LGBTQIA+-Gemeinschaften im urbanen Namibia
19:00–20:00 Uhr, Melanchthonianum am Uniplatz, Hörsaal D

Max Fuchs präsentiert in dieser Veranstaltung erste Erkenntnisse aus seiner einjährigen Feldforschung mit LGBTQIA+-Gemeinschaften im urbanen Namibia. Er spricht über sozioökonomische Unterschiede innerhalb dieser Communities, wie sich Ungleichheiten in queeren Räumen widerspiegeln und in welchen Momenten Gemeinschaft trotz der Fragmentierung entsteht. Wie prägt die postkoloniale und post-Apartheid-Geografie die queere Szene Namibias? Welche Räume schaffen sich queere Namibierinnen? Wie wirken sich globale Entwicklungen, etwa im Kontext von Funding, auf lokale queere Lebensrealitäten aus? Diese Präsentation zeigt jedoch nicht nur, wie queere Menschen in Namibia ihre Lebenswelten gestalten. Max Fuchs gibt außerdem Einblicke in seine ethnologische Forschungspraxis und wie er durch Interviews mit NGO-Vertreterinnen, Aktivist*innen und Communities sowie teilnehmende Beobachtung in queeren Räumen und bei Veranstaltungen ein umfassendes Verständnis der namibischen Lebenswelt gewann.

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