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Working Paper 133

Working Paper 133

Titel
Linguistik und Völkerkunde – der Beitrag der historisch-vergleichenden Linguistik von G.W. Leibniz zur Entstehung der Völkerkunde im 18. Jahrhundert

AutorIn
Han F. Vermeulen

Abteilung
Max-Planck-Institut für ethnologische Forschung

Jahr der Veröffentlichung
2011

Seiten
24

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Working Paper 133

Abstract
Bei der Entwicklung der Ethnographie und Ethnologie im 18. Jahrhundert spielte die historisch-vergleichende Sprachkunde eine grundlegende Rolle. Durch das Wirken von Gottfried Wilhelm Leibniz in den Jahren 1691–1716 kam ein neuer Ansatz der Klassifizierung der Völker und Nationen zustande, die ab den 1720er und 1730er Jahren wesentlich zur Genese einer deskriptiven und komparativen Völkerkunde beitrug. Über seine Kontakte mit Peter dem Grossen stimulierte Leibniz ethno-linguistische Forschungen im Russischen Reich. Das Sammeln von Sprachproben wurde zu einem bedeutenden Bestandteil aller Forschungsreisen im asiatischen Teil Russlands, welche mit der Reise des Naturhistorikers Daniel Gottlieb Messerschmidt ihren Anfang nahmen. Auf der Grundlage von Instruktionen des Historikers Gerhard Friedrich Müller sammelten alle akademischen Mitglieder der Zweiten Kamtschatka Expedition (1733–1743) und der folgenden Akademischen Expeditionen (1768–1774) Vokabularien, die vom Naturhistoriker Peter Simon Pallas in den Jahren 1786–1789 zusammengefasst wurden. Müller und der Historiker August Ludwig Schlözer (1771) folgten Leibniz in dem Anspruch, dass nur die Sprachen, nicht die Sitten und Gebräuche, ein sinnvolles Kriterium für die Unterscheidung der Völker sind. Diese Forderung war grundlegend für die Klassifikation der Völker in Russland und ermöglichte die Entstehung der Ethnologie als neue Wissenschaft.

 
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