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Christoph Brumann
Christoph Brumann
Forschungsgruppenleiter
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Bilder vom Workshop

Beata Świtek – Mitglied der Forschergruppe 'Buddhist Temple Economies in Urban Asia' und eine der Organisatorinnen des Workshops ■ Foto: © Max-Planck-Institut für ethnologische Forschung

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Beata Świtek – Mitglied der Forschergruppe 'Buddhist Temple Economies in Urban Asia' und eine der Organisatorinnen des Workshops ■ Foto: © Max-Planck-Institut für ethnologische Forschung

Die wirtschaftliche Bedeutung des Buddhismus – Resümee zum Workshop

Die wirtschaftliche Bedeutung des Buddhismus – Resümee zum Workshop

20. Oktober 2017

Am 21. und 22. September 2017 fand am Max-Planck-Institut für ethnologische Forschung in Halle der Workshop "Sangha Economies: Temple Organisation and Exchanges in Contemporary Buddhism" statt. Die Organisatoren Saskia Abrahms-Kavunenko, Christoph Brumann und Beata Świtek, die bereits seit 2015 im Rahmen der von Brumann geleiteten Forschungsgruppe "Buddhistische Tempelökonomien im urbanen Asien" zusammenarbeiten, hatten insgesamt fünfzehn Redner von Kanada bis Japan zusammengebracht. David Gellner – Professor der Universität Oxford und Doyen der ethnologischen Japanforschung – kommentierte alle Beiträge. Es war dies die erste wissenschaftliche Tagung, die sich auf der Basis von ethnologischen Langzeit-Feldforschungen mit dem Wirtschaftsleben buddhistischer Tempel befasste und danach fragte, wie es buddhistische Mönche, Nonnen und Priester/innen mit Geld, Profit und Kapitalismus halten.

Symbolische Abgrenzung vom Markt ist bedeutsam
Die behandelten Forschungsregionen erstreckten sich vom indischen Ladakh im Westen bis Japan im Osten und von Sibirien im Norden bis Sri Lanka im Süden. Ein wiederkehrendes Thema der Konferenzbeiträge war die Beobachtung, dass selbst dort, wo die Kommerzialisierung weit fortgeschritten ist, die symbolische Abgrenzung buddhistischer Gaben und Spenden zum gewöhnlichen Marktaustausch bedeutsam bleibt. Was von außen wie Bezahlungen anmuten mag, ist sowohl für den buddhistischen Klerus als auch für die Laien Teil einer besonderen Sphäre, die sich dem Profitdenken nur in Grenzen unterordnet. Auffällig war zudem, dass karitative Projekte der Sangha, d.h. der buddhistischen Tempel- und Klostergemeinschaften, an Bedeutung gewinnen. Zunehmend sind sie nicht mehr nur Empfänger von Gaben und rituelle Dienstleister für die Laien, sondern profilieren sich mit Wohlfahrts- und Entwicklungsprojekten, mit denen sie in Konkurrenz zu staatlichen Akteuren und weltlichen NGOs treten.
Ein englischsprachiger Sammelband mit den überarbeiten Konferenzbeiträgen ist in Vorbereitung.

 
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