Migration and Conflict. The Integration of Burkinabe Migrants Displaced from Côte d’Ivoire

Andrea Riester
Dissertation Thesis | Doktorarbeit
submitted at | eingereicht an der
Philosophischen Fakultät I, Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg

Date of Defense | Tag der Verteidigung
28.01.2011

Supervisors | Gutachter
Prof. Dr. Günther Schlee
Prof. Dr. Richard Rottenburg

German summary | Deutsche Zusammenfassung

Diese Dissertation befasst sich mit der sozialen Integration burkinischer Migranten, die im Nachbarland Côte d’Ivoire[1] gelebt und gearbeitet hatten, 2002 im Zuge des Bürgerkrieges von dort vertrieben wurden und infolgedessen nach Burkina Faso zurückgekehrt sind. Im offiziellen Diskurs der burkinischen Regierung werden diese Vertriebenen als „rapatriés“, d.h. als ins Vaterland Zurückgeführte, bezeichnet. Die vorliegende Arbeit, die sich in der ethnologischen Transnationalismusforschung verortet, analysiert Prozesse der Interaktion der Vertriebenen mit der lokalen Bevölkerung sowie mit Vertretern der öffentlichen Verwaltung und die sich dabei aufbauenden Spannungen in der Kleinstadt Batié, einem Ort von rund 4.000 Einwohnern im Südwesten Burkina Fasos. Seit Gründung des Ortes in der Mitte des 19. Jahrhunderts ist Batié durch den kontinuierlichen Zuzug von Migranten aus anderen Teilen der Region gekennzeichnet, wodurch eine bemerkenswert friedliche multiethnische und multireligiöse Gesellschaft entstanden ist: Über 18 verschiedene ethnische Gruppen leben dort zusammen und interagieren auf vielfältige Weise.

Seit Beginn des 21. Jahrhundert hat sich der soziale Wandel im Südwesten Burkina Fasos beschleunigt: Einerseits haben Dezentralisierungsmaßnahmen die Anzahl der in der Regel auswärtigen Staatsbediensteten vor Ort stark erhöht und den Einfluss lokaler Politiker vergrößert, andererseits bringt die Ausweitung kapitalistischer Produktionsweisen zum Anbau landwirtschaftlicher Exportprodukte die lokale Subsistenzwirtschaft immer stärker in Bedrängnis, da der Zugang zu Anbauflächen erschwert und verteuert wird. In Batié verschärfte sich dieser Prozess seit dem Jahr 2002 durch die Ankunft und Neuansiedlung mehrerer hundert aus der Côte d’Ivoire Vertriebener. Während der ersten Monate erfuhren die Vertriebenen sowohl große Solidarität als auch direkte Unterstützung durch Freunde und Familien. Die Stadtverwaltung versorgte sie mit dem Lebensnotwendigen und stellte ihnen Baugelände zur Verfügung, auf dem sie sich neue Hütten bauen konnten. Bereits fünf Jahre später hatte sich jedoch der Blick auf die Vertriebenen gewandelt: Nun galten sie nicht mehr als bemitleidenswerte Opfer des Bürgerkrieges, sondern als gierige Kapitalisten, die vermeintlich im großen Stil Anbauflächen aufkaufen und dabei die traditionellen Landnutzungsrechte missachten. Die Verhandlungen zwischen den Vertriebenen und der lokalen Bevölkerung über den Zugang zu landwirtschaftlichen Anbauflächen waren in der Tat konfliktreich, zumal nationale und internationale Entwicklungsakteure die Migranten im Zusammenhang mit der internationalen Debatte über das Potential von Migration für die Entwicklung der Herkunftsländer als besonders vielversprechende, unternehmerisch handelnde Zielgruppe für ihre Entwicklungsprojekte entdeckt hatten, förderten und auf diese Weise die lokalen Konflikte noch verschärften. Zum Zeitpunkt meiner Feldforschung (2007/08) war aus dem Begriff „rapatrié“ ein Schimpfwort geworden, und ethnische Spannungen traten immer deutlicher zutage.

Die vorliegende Dissertation besteht aus sieben Kapiteln. Im ersten Kapitel wird der theoretische Rahmen der Arbeit und ihr Beitrag zur Theorieentwicklung erläutert. Ausgangspunkt hierfür ist die schlichte Feststellung, dass dort, wo Migration stattfindet, immer auch Integrationsprozesse ablaufen. Diese können jedoch unterschiedlich erfolgreich sein und hängen von den strukturellen Rahmenbedingungen des jeweiligen Aufnahmelandes sowie von den Ressourcen ab, die Migranten und Nicht-Migranten jeweils zur Verfügung stehen. Integration wird hier nicht als eindeutiger Ziel- und Endpunkt der Zuwanderung in eine klar definierbare Gesellschaft, sondern als fortdauernder Prozess innerhalb eines sich ständig wandelnden Umfeldes verstanden. Zunächst werden in Kapitel 1 zwei Arten von Integration betrachtet: Es wird unterschieden zwischen einerseits systemischer Integration als politischem Projekt zum Erhalt von (häufig fiktiver) nationaler Homogenität, sowie andererseits sozialer Integration, unter der Prozesse sozialer Interaktion auf lokaler Ebene verstanden werden. Besonders hervorzuheben ist dabei ein Interaktionsprozess, den Michel Callon (1986) „enrolment“ nennt, was im Deutschen mit „Rollenfestlegung“ wiedergegeben werden kann, und im Folgenden näher erläutert wird.

Im Globalen Norden spiegelt sich das politische Projekt der Integration hauptsächlich in den Debatten um Multikulturalismus versus Assimilation wider. In jüngster Zeit haben allerdings auch aufgrund der deutlich hervorgetretenen Schwierigkeiten mit diesen Ansätzen neuere Konzepte, wie etwa Diversität (Berger 2002; Faist 2009; Vertovec und Wessendort 2005), an Bedeutung gewonnen. Im Gegensatz dazu wird Migration in und zwischen westafrikanischen Ländern meist unter dem Gesichtspunkt ihres Beitrags zur wirtschaftlichen Entwicklung der Herkunftsländer diskutiert (z.B. durch die Geld- oder Know-How-Transfers der Migranten) oder aber bezüglich des dadurch verursachten Schadens (z.B. durch die Abwanderung von Hochqualifizierten), nicht jedoch in Bezug auf Integration von Migranten. Der Grund hierfür liegt in einem anderen Verständnis von Staatlichkeit in diesen Ländern im Vergleich zu denen des Globalen Norden: Erstens ist ethnische und religiöse Diversität eines der Hauptmerkmale afrikanischer Nationalstaaten, was die Betonung von Homogenität als Hauptbedingung von Integration in diesem Kontext geradezu absurd erscheinen lässt, zweitens ist in diesen Staaten, die sich meist als Herkunftsländer von Migranten verstehen, wirtschaftliche Entwicklung – und nicht Integration! – das oberste politische Ziel. Daher bilden Entwicklungspolitik und die damit einhergehenden Formen des Regierungshandelns (nach Foucault (1991) als „governmentality“ bezeichnet) den Rahmen, in dem sich die Interaktion zwischen Migranten und Nicht-Migranten in Westafrika abspielt. Debatten über Autochthonie insbesondere in Bezug auf ihre Auswirkungen auf Landrechte, regionale Freizügigkeit von Migranten innerhalb der Westafrikanischen Wirtschaftsgemeinschaft (ECOWAS) sowie humanitäre Hilfe für Flüchtlinge sind nur drei Beispiele für die unterschiedlichen Arten, in denen Migration in Westafrika zum politischen Projekt wird. Politiken in diesen Bereichen beeinflussen zwangsläufig auch die soziale Integration von Migranten, die in vielfältiger Weise auf lokaler Ebene abläuft und als Interaktion zwischen Migranten, Nicht-Migranten und der öffentlichen Verwaltung verstanden werden kann. Dies gilt zwar auch für soziale Integration im Globalen Norden, jedoch ermöglicht erst eine eingehende Analyse der Süd-Süd-Migration, wie sie in dieser Dissertation vorgenommen wird, die interaktiven Aspekte stärker in den Mittelpunkt der Migrationsforschung zu rücken. Anhand des Beispiels von Batié kann man also einen unbefangenen Blick auf Prozesse der sozialen Integration werfen, der nicht durch ideologische Grabenkämpfe vorgeprägt ist.

Im zweiten Kapitel wird das ethnographische Material in seinen historischen Kontext eingebettet. Migration findet in Westafrika bereits seit vorkolonialer Zeit statt. Die Region ist aufgrund ihrer klimatischen Bedingungen schon immer ein Gebiet, dessen Bewohner außerordentlich mobil sind und ihre Wirtschaftsweise dem jahreszeitlichen Wechsel anpassen, etwa als Pastoralisten oder Wanderfeldbauern. Auch die Interaktion zwischen unterschiedlichen Gruppen führt zu Migration in Form von Handel, Heirat, Sklaverei oder Krieg. Während einige Gruppen sich auf bestimmte Wirtschaftsweisen spezialisierten und somit symbiotisch mit anderen Gruppen koexistieren und Handel treiben konnten, führte die Unterwerfung akephaler Gruppen durch stratifizierte Gruppen, die aufgrund straffer militärischer Organisation überlegen waren, zu vielfältigen Bevölkerungsbewegungen in Form von Vertreibung und Versklavung. All diese Migrationsformen wurden durch das Kolonialsystem noch verstärkt, insbesondere durch die Einführung von Plantagenwirtschaft, Transportinfrastruktur, Zwangsarbeit zur Erreichung dieser Projekte sowie einer Kopfsteuer, um dieselben zu finanzieren. Dadurch wurden die Menschen in Westafrika in Lohnarbeit integriert und ein Migrationssystem zwischen den Küstengebieten im Süden und der Sahelregion im Norden zementiert. Auch die Rekrutierung von Soldaten für die französische Kolonialarmee, für die sogenannten Tirailleurs Sénégalais, trug zur Verstärkung von Migration innerhalb Westafrikas und auf andere Kontinente bei, etwa in die französische Kolonie Indochina.

Darüber hinaus ist der Kolonialismus für die Festschreibung ethnischer Identitäten verantwortlich, die heutzutage vielerorts in Afrika als Waffen im Kampf um Ressourcen und Macht dienen. Das Gebiet des heutigen Burkina Faso wird dominiert durch die dort zahlenmäßig größte ethnische Gruppe, die Mossi, welche durch die Bildung von Königtümern und die Unterwerfung benachbarter Gruppen auch früh von den französischen Kolonialherren als wichtige Kooperationspartner angesehen wurden. Hingegen erwarben sich die akephalen Bevölkerungsgruppen, wie die Lobi, Dagara und Birifor im Südwesten, durch ihren erbitterten Widerstand gegen die Kolonialherrschaft den Ruf, rückständig und traditionsverhaftet zu sein. Trotz diesen Rufes nahmen und nehmen auch sie aktiv an regionaler Migration teil, um Geld verdienen zu können. In Kapitel 2 wird jedoch gezeigt, dass die Behandlung von Migranten, und damit deren Integrationsprozesse, stark davon abhängt, welche Ideologie die jeweilige Landesregierung verfolgt, so dass Migranten entweder als Quelle wirtschaftlichen Erfolges oder aber als Last für das Gemeinwesen dargestellt werden. Aus der individuellen Perspektive der Migranten und ihrer Familien hingegen gilt Migration immer als eine Möglichkeit, den eigenen Lebensstandard zu verbessern oder sich den wechselnden politischen und sozialen Umständen anzupassen.

Die folgenden vier empirischen Kapitel untersuchen Repräsentationen und Interaktionen von Migranten und Nicht-Migranten am Beispiel Batiés. Kapitel 3 gibt einen Überblick über die vorliegenden relevanten statistischen Informationen zu Burkina Faso, welche leider sehr unvollständig sind. Daher wurde im Rahmen der Feldforschung 2007/08 ein Mikrozensus durchgeführt, bei dem 200 Haushaltsvorstände in Batié befragt wurden. Dabei wurden ein alter und ein neu entstandener Sektor der Stadt miteinander verglichen, um auf diese Weise einen Eindruck von der ethnischen und religiösen Vielfalt sowie von der Migrationsgeschichte und den Migrationsmustern in dieser Gegend Burkina Fasos zu erhalten. Außerdem erlaubte der Mikrozensus, das sozioökonomische Profil der selbsterklärten rapatriés mit dem der lokalen Bevölkerung zu vergleichen. Zentrale Ergebnisse waren dabei unter anderem die enorme ethnische Vielfalt Batiés und die Erkenntnis, dass keine ethnische Gruppe dort eine Mehrheit bildet. Das Profil aller befragten Haushaltsvorstände, welche zu 91% männlich waren, erwies sich als städtischer geprägt als die Vergleichswerte für ganz Burkina Faso. Nur 39,5% der Befragten waren Subsistenzbauern, im Gegensatz zu rund 90% der Menschen in Burkina Faso insgesamt. Ebenso hatten immerhin 35,5% der Befragten eine abgeschlossene Grundschulbildung, im Gegensatz zu 20,1% in Burkina Faso insgesamt. Die selbsterklärten rapatriés unterschieden sich auch deutlich von den anderen Haushaltsvorständen: 95% von ihnen hatten keinerlei Schulbildung, und 65% lebten von Subsistenzwirtschaft. Während die westafrikanischen Gesellschaften aufgrund der oben beschriebenen historischen Entwicklung extrem mobil sind, erstaunt doch das Ausmaß und die Dauer der Mobilität, wobei die rapatriés sogar noch deutlich mehr Zeit im Ausland verbracht hatten, als der Rest der Befragten: 17½ Jahre im Vergleich zu 12½ Jahren im Durchschnitt. 83% aller Haushaltsvorstände hatten Migrationserfahrung in dem Sinne, dass sie bereits länger als ein Jahr an einem anderen als ihrem Herkunftsort gelebt und gearbeitet hatten, wobei Côte d’Ivoire das wichtigste Migrationsziel darstellte. Die Mehrheit der Befragten war aufgrund der Aussichten auf Arbeit und der Möglichkeit, sich selbst und ihre Familie besser versorgen zu können, nach Batié gekommen.

Die ethnische Vielfalt Batiés ist in den letzten hundert Jahren, seit der kolonialen Eroberung, fast kontinuierlich gestiegen. Mit Beginn der Krise in der Côte d’Ivoire, die durch die sogenannten „Ereignisse von Tabou“[2] 1999 markiert wurde, bei denen rund 60 Migranten getötet und über 15.000 vertrieben wurden, stieg die Anzahl der Neuankömmlinge in Südwesten Burkina Fasos und somit auch in Batié exponentiell an. Jedoch blieb die Zahl der selbsterklärten rapatriés in diesem Mikrozensus deutlich hinter den Erwartungen zurück. Dies deutet darauf hin, dass bei der Verwendung der Selbstbezeichnung „rapatrié“ ökonomische Vorteile, etwa des Zugangs zu staatlicher Unterstützung, gegen soziale Nachteile, etwa durch Vorurteile gegenüber rapatriés, abgewogen werden müssen, die im Rahmen dieser quantitativen Erhebung nicht darstellbar waren, sondern über qualitative Methoden erhoben werden mussten.

Daher analysiert das vierte Kapitel lokale Kategorien von Migranten und Nicht-Migranten, indem Lebensgeschichten präsentiert werden. Aus emischer Perpektive gibt es in Batié fünf Gruppen von Migranten und Nicht-Migranten, nämlich: 1) rapatriés, 2) interne Migranten, 3) Rückkehrer, 4) Autochthone und 5) Beamte. Die Kategorien 4 und 5 werden lokal als Nicht-Migranten interpretiert. Dies zeigt, wie wichtig es ist, die lokale Perspektive in die Untersuchung einzubeziehen. Denn obwohl sie als Nicht-Migranten gelten, sind die beiden Gruppen durch Migration geprägt: Als „autochthon“ gelten in Westafrika im Allgemeinen diejenigen, die ein bestimmtes Gebiet als erste besiedelt und damit Verfügungsgewalt darüber erworben haben (vgl. Lentz 1994). Ebenso kommen Beamte üblicherweise aus anderen Regionen des Landes, jedoch wird ihre Abordnung, die im Allgemeinen zeitlich begrenzt und meist reversibel ist, nicht als Migration im herkömmlichen Sinne verstanden. Die Einteilung der Bevölkerung in diese fünf Kategorien ist jedoch alles andere als eindeutig, da sich Selbsteinschätzung und Fremdeinschätzung häufig nicht decken und die Heterogenität innerhalb der Kategorien sehr hoch ist. Dies eröffnet einzelnen Individuen die Möglichkeit, die Kategorien zu ihrem Zweck zu instrumentalisieren und je nach Bedarf zwischen einzelnen Kategorien zu wechseln. Die in Kapitel 4 präsentierten Auszüge aus Lebensgeschichten zeigen, dass sich die betreffenden Personen häufig nicht mit der ihnen zugeschriebenen Kategorie identifizieren bzw. danach streben, als etwas anderes anerkannt zu werden, z.B. als autochthon. Die Selbstdarstellungen zeigen auch, dass Ethnizität in diesem Kontext beileibe nicht der wichtigste Identitätsmarker für Migranten ist, was in der früheren Transnationalismusforschung häufig vorausgesetzt wurde. Es ist daher ein erklärtes Ziel von Kapitel 4, die Situation in Batié nicht mehr durch die „ethnische Linse“ (Glick Schiller et al. 2006) zu betrachten, sondern stattdessen unterschiedliche Gruppen von Migranten und Nicht-Migranten zu präsentieren, ohne ihre Identitäten zu essentialisieren (vgl. Malkki 1995). Das Kapitel lenkt die Aufmerksamkeit auf Formen der sozialen Integration, die jenseits von ethnischer Identifizierung liegen, sowie auf die Interaktion zwischen Migranten, Nicht-Migranten und der öffentlichen Verwaltung. Erstere werden in Kapitel 5 vertieft untersucht, letztere in Kapitel 6.

Natürlich kann ethnische Identifizierung eine wichtige Rolle spielen und die Grundlage für Gruppenbildungsprozesse darstellen. Jedoch können auch andere Identitätsmarker diese Rolle übernehmen, wie etwa Religionszugehörigkeit oder Beruf. Die Marker können auch kombiniert werden, wie das Beispiel eines Vereins christlicher Mossi zeigt, das so vom internen Migranten Jaques Zongo in Abschnitt 4.2 erwähnt wird. Ethnische Identifizierung ist in Burkina Faso insofern von Bedeutung, als damit bestimmten Gruppen eine kollektive Geschichte sowie religiöse, berufliche und verhaltensmäßige Stereotypen zugeschrieben werden, was die Interaktion der Mitglieder unterschiedlicher ethnischer Gruppen beeinflusst. Gegenstand von Kapitel 5 sind neben ethnischer Identifizierung jedoch auch weitere mögliche Pfade sozialer Integration in Batié. Dort wird soziale Integration durch eine Reihe anderer Dinge beeinflusst, wie z.B. räumliche Nähe, etwa im Fall von Nachbarn, die im selben Stadtviertel oder Gehöft wohnen, oder gemeinsam verbrachte Freizeit, etwa in Kneipen, die das lokale Hirsebier (dolo) ausschenken. Außerdem bestehen transnationale Familienverbindungen, die zur simultanen Inkorporation (Glick Schiller et al. 1992) der Menschen in zwei Gesellschaften beitragen, was wiederum ihre Sichtweise auf ihre eigene ethnische und nationale Identifikation beeinflusst. Des Weiteren haben die burkinische Regierung und die dort vertretenen Entwicklungsagenturen zwei Modelle zur sozialen Integration der rapatriés angeboten. Diese Modelle werden mit Hilfe des Konzepts des „enrolment“, d.h. der Rollenfestlegung, von Michel Callon (1986) analysiert, mit dem es gelingt, die Ambivalenz zu erklären, die die lokale Bevölkerung gegenüber den rapatriés empfindet. Da die beiden von der Regierung angebotenen Modelle gegensätzlich sind, trugen sie dazu bei, das universell existierende Misstrauen gegenüber Neuankömmlingen lokal zu verschärfen. Rapatriés wurden nämlich entweder auf die Rolle der zu unterstützenden Opfer oder aber der in Entwicklungsprozesse einzubeziehenden Unternehmer festgelegt, was ihnen in beiden Fällen den Neid der lokalen Bevölkerung eintrug, die sich von der Regierung vernachlässigt fühlte.

Dies trug auch dazu bei, dass sich Konflikte auf lokaler Ebene verschärften. In Kapitel 6 wird erläutert, wie Landbesitz und -nutzungsrechte in Burkina Faso seit Jahrzehnten im Fokus der Entwicklungspolitik stehen. Bis vor wenigen Jahren war allerdings der Südwesten des Landes nicht Ziel diesbezüglicher Entwicklungsmaßnahmen, die den Anbau von landwirtschaftlichen Exportprodukten fördern sollen. Da die Expansion von deren Anbau in anderen Landesteilen, die an die nötige Exportinfrastruktur, wie Straßen und Eisenbahnstrecken, angebunden sind, ihre natürlichen Grenzen erreicht hat, rückt mittlerweile auch der Südwesten als neue Entwicklungsregion ins Blickfeld. Dies äußert sich beispielsweise in der zunehmenden Privatisierung und Monetarisierung von Anbauflächen, welche zeitlich mit der Massenankunft der Vertriebenen aus der Côte d’Ivoire zusammenfällt. Viele der Vertriebenen, die während ihrer Zeit in der Côte d’Ivoire keine Kontakte mehr zu ihren Familien in Burkina Faso gepflegt hatten und vielleicht ohne den Krieg gar nicht zurückgekehrt wären, ließen sich nach ihrer Rückkehr im Südwesten des Landes nieder, da dort noch keine Landknappheit und außerdem günstigere klimatische Anbaubedingungen herrschen als in anderen Teilen des Landes. Dies wiederum führte zu einer verstärkten Verknappung der Landressourcen im Südwesten, was Veränderungen des Zugangs zu Land bzw. dessen Landnutzungsrechten bewirkte.

Derartige Prozesse lassen sich gut an Verhandlungen zwischen Migranten, Nicht-Migranten und staatlichen Entwicklungsakteuren ablesen, von denen vier Beispiele in Kapitel 6 vorgestellt und analysiert werden. Das erste ist die Niederlassung von rapatriés in einem neuen Stadtviertel von Batié namens Bayiri Nooma („Das Vaterland ist gut“). Dabei zeichnete sich ein Streit zwischen einer kleinen Gruppe von Migranten, die sich von ihrem gemeinsamen Aufenthaltsort San Pedro in der Côte d’Ivoire kannten, und der Stadtverwaltung von Batié ab. Letztere nahm an, die rapatriés seien eine homogene Gruppe, was diese jedoch mitnichten sind. Die Verhandlungen über den Zugang zu Bauland zwischen dem Bürgermeister, dem Stadtrat und einem Sprecher der Gruppe aus San Pedro prägten das Bild aller rapatriés in Batié. Diese galten fortan als Mossi, die sich vermeintlich in einem eigenen Stadtviertel vom Rest der Bevölkerung von Batié abzugrenzen versuchten, was in der Feldforschung so nicht bestätigt werden konnte. Im zweiten Beispiel wird das code-switching (Rottenburg 2009[2002]) deutlich, dessen sich die burkinische Verwaltung in Batié bedient, um ihre Entwicklungsziele zu verfolgen. Im Zuge eines Projekts zur Förderung moderner Bewässerungs- und Anbaumethoden wird in Batié indirekt auch die Macht traditioneller Erdherren[3] gestärkt, die über den Zugang zu Land entscheiden und in diesem Projekt eine Rolle bei der Verteilung subventionierter Motorpumpen spielen, obwohl der burkinische Staat in anderen Zusammenhängen die Macht ebenjener Erdherren beklagt und abschaffen möchte. Das dritte Beispiel zeigt, dass auch die öffentliche Verwaltung in Batié keine homogene Einheit ist, sondern aus einer Reihe unterschiedlicher Institutionen mit potentiell konfliktiven Interessen besteht. Während die Ansiedlung einiger rapatriés in einem Naturschutzgebiet in der Nähe von Batié, dem Wald von Koulbi, beispielsweise durch den Provinzzweig des Forstministeriums scharf verurteilt und deren erneute Vertreibung angekündigt wurde, legitimierte das Bildungsministerium hingegen die Ansiedlung, indem es eine Schule in dem neu entstandenen rapatrié-Dorf bauen ließ. Das letzte Beispiel wiederum illustriert Hannerz’ Konzept der kulturellen Komplexität (Hannerz 1992), indem es das Gewirr von Kommunikationskanälen deutlich macht, die aus den Sphären von Staat, Markt und Alltagsleben fließen und sich teilweise kreuzen. Während die öffentliche Verwaltung den Anbau von Gemüse in Batié fördern und somit die Nahrungsmittelvielfalt erhöhen möchte und daher genaue Vorstellungen von der Nutzung des Stausees, der daran angrenzenden Schleuse und des zugehörigen Bewässerungskanals hat, verfolgen die lokale Bevölkerung und die rapatriés andere Ziele, etwa, sich und ihre Familien mit Grundnahrungsmitteln zu versorgen. Diese Ziele werden nicht in der gleichen Weise deutlich gemacht und laufen den Zielen der öffentlichen Verwaltung häufig zuwider.

Migration and Conflict. The Integration of Burkinabe Migrants Displaced from Côte d’Ivoire

Insgesamt lässt sich anhand der vier Beispiele feststellen, dass der erhöhte Wettbewerb um Zugang zu Land und die Versuche der Regierung und der Entwicklungsakteure dazu geführt haben, dass Konflikte in Batié zunehmend in ethnischen Kategorien interpretiert werden (vgl. Schlee 2006). Da die in diese Konflikte verstrickten rapatriés größtenteils mit den Mossi gleichgesetzt werden, und da die Mossi die Mehrheit in Burkina Faso bilden, eine Geschichte der Unterwerfung anderer Gruppen und im Südwesten des Landes und auch einen schlechten Ruf als „gierige Kapitalisten“ haben, werden die rapatriés – im erweiterten Sinne als Mossi – in Batié als Störenfriede wahrgenommen.

Aus der Diskussion der Situation in Batié ergeben sich sieben Schlussfolgerungen. Erstens: Obwohl Batié ein ganz spezifischer Ort in Burkina Faso ist, ist er keineswegs außergewöhnlich. Es ist davon auszugehen, dass es viele ähnliche Orte in Burkina Faso gibt, die ebenso als Untersuchungseinheit für diese Feldforschung hätten dienen und ähnliche Ergebnisse in Bezug auf die soziale Integration der Vertriebenen aus der Côte d’Ivoire hervorbringen können. Andererseits ist Batié in vielerlei Hinsicht auch etwas Besonderes, etwa weil dort keine ethnische Gruppe die Mehrheitsbevölkerung stellt oder weil Autochthonie dort nicht umkämpft ist. Jedoch ist Batié insofern repräsentativ für die Region, als sich dort zeigt, wie stark das Dreiländereck zwischen Burkina Faso, Côte d’Ivoire und Ghana von Diversität und transnationaler Migration geprägt ist. Die meisten Familien in Burkina Faso besitzen heutzutage transnationale Verbindungen, vor allem in die Côte d’Ivoire, in geringerem Maße aber auch nach Ghana. Über die Jahrhunderte hinweg hat Migration ethnisch heterogene Orte hervorgebracht, in denen Neuankömmlinge sich ganz selbstverständlich sozialen Organisationsformen, wie Nachbarschaften, ökonomischen Nischen, religiösen Vereinigungen oder örtlichen Freizeitbeschäftigungen, anschließen können. Soziale Integration an heterogenen Schauplätzen scheint somit wesentlich friedlicher abzulaufen als die Integrationstheorie, insbesondere die Assimilationstheorie (vgl. Esser 1999), die im Globalen Norden entwickelt wurde, glauben macht.

Zweitens: In dieser Region ist Migration bereits seit vorkolonialer Zeit Gewohnheit, wurde durch den Kolonialismus verstärkt und durch kapitalistische Produktionsweisen polarisiert. Heutzutage besteht ein Migrationssystem, innerhalb dessen saisonale und dauerhafte Arbeitsmigranten aus der Sahelzone in die fruchtbareren Küstenregionen ziehen, um dort auf Plantagen zu arbeiten. Das System wurde durch den Ausbruch des Bürgerkrieges in der Côte d’Ivoire vorübergehend empfindlich gestört, da Hunderttausende von Migranten aufgrund von Fremdenhass und Gewalt gegen Ausländer aus dem Land vertrieben wurden. Jedoch zieht es burkinische Migranten heute immer noch mehrheitlich in die Côte d’Ivoire und nicht nach Europa oder in die klassischen Einwanderungsländer, wie die USA, Kanada oder Australien. Ebenso setzt sich der Trend der internen Migration in Richtung des fruchtbareren Südens und Südwestens des Landes weiterhin fort. Dies wiederum hat den Prozess der Privatisierung und Monetarisierung von Land in dieser Region beschleunigt. Bis vor kurzem wurde die Gegend noch nicht für den Anbau landwirtschaftlicher Exportprodukte genutzt, mittlerweile verschärft dieser Trend aber die dortige soziale Differenzierung. Die massenhafte Ankunft der Vertriebenen und die nach wie vor kontinuierliche Ankunft interner Migranten unterstützen Modernisierungsprozesse und haben das Interesse von Entwicklungsakteuren geweckt, die Migranten allgemein als lokale Entwicklungsressource begreifen. In dieser Hinsicht wirft die Dissertation auch Licht auf Mechanismen der Süd-Süd-Migration, und zeigt, dass es nicht notwendigerweise die Ärmsten der Armen sind, die sich auf regionale Migration konzentrieren, was bisher in der Migrationstheorie als üblich gilt.

Drittens: Integration als politisches Projekt ist Folge der spezifisch europäischen Geschichte der Nationenbildung seit dem 18. Jahrhundert und basiert entweder auf der Idee einer homogenen Nation (wie etwa im Konzept der Assimilation) oder aber eines Nebeneinanders klar unterscheidbarer ethnischer Gruppen (wie etwa im Konzept des Multikulturalismus). Im Globalen Süden hat Staatlichkeit hingegen eine ganz andere Bedeutung, weshalb Regierungshandeln weniger auf Fragen der Integration als auf Fragen der wirtschaftlichen Entwicklung gerichtet ist. Daher wird soziale Integration in Westafrika in Abwesenheit eines politischen Projekts der Integration nicht direkt von staatlichen Akteuren und/oder Politiken gestaltet. Jedoch bilden die dortigen staatlichen Modernisierungs- und Entwicklungsprojekte den Rahmen, innerhalb dessen soziale Integration abläuft und von diesen indirekt beeinflusst wird. Während Neuankömmlinge sich lokalen Gruppen anzuschließen und sich mehr oder minder an die lokalen Gegebenheiten anzupassen versuchen, konterkarierten Regierung und Entwicklungsakteure in Burkina Faso zumindest zeitweise diese Bemühungen, indem sie die Rolle der rapatriés entweder als Opfer des Krieges oder als Unternehmer mit hohem entwicklungspolitischem Potential definierten. Zwar ließen sich durchaus einzelne rapatriés auf die Opfer- oder aber auf die Unternehmerrolle festlegen, jedoch trugen die staatlichen Maßnahmen vor allem dazu bei, die Konkurrenz zwischen der lokalen Bevölkerung und den rapatriés zu verschärfen. Die Spannungen nahmen derart zu, dass der sorgfältig ausgewählte und von der Regierung geprägte Begriff „rapatrié“ heutzutage kaum noch patriotische Konnotation hat und stattdessen als Schimpfwort gilt.

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Viertens: In dieser Dissertation werden migrantische und andere Identifikationen jeweils nicht als Essenz einer Person begriffen. Die Ergebnisse der Feldforschung widerlegen jeden Versuch der Essentialisierung und zeigen stattdessen, dass Individuen im Kontext von Migration ein breites Spektrum an Identifikationsmöglichkeiten nutzen können. Migranten wie Nicht-Migranten können bestimmen, welche Identifikationsmerkmale, seien es ethnische, religiöse, soziale, berufliche oder migrationsbezogene, sie betonen und welche sie herunterspielen wollen. Der vorliegende Text demonstriert dies anhand von aufgezeichneten Gesprächen und beobachteten Interaktionen und will auf diese Weise zur Weiterentwicklung des Transnationalismusansatzes in der Ethnologie beitragen. In der bisherigen Forschung wurde insbesondere die Rolle des Nationalstaates nicht genügend berücksichtigt. Studien zu Transnationalismus waren vor allem darauf gerichtet, den methodologischen Nationalismus des Integrationsdiskurses zu überwinden (Wimmer und Glick Schiller 2003), wobei die Aktivitäten staatlicher Akteure und deren Auswirkungen auf das Migrationsgeschehen vernachlässigt wurden. Die Interaktion zwischen Migranten, Nicht-Migranten und Vertretern des Nationalstaates, die nach Norbert Elias (1995) als „Figuration“ bezeichnet werden kann, bestimmt das Ergebnis der Integrationsprozesse und bildet daher den Schwerpunkt der vorliegenden Untersuchung.

Fünftens: Ein vorherrschendes Muster bzw. eine Figuration, die sich aus diesen Wechselwirkungen in Burkina Faso ergab, bestand darin, dass die Vertriebenen, die sich im Südwesten Burkina Fasos niederließen, drei Möglichkeiten hatten: Entweder sie nahmen die Rolle des Kriegsopfers an, durch die sie Zugang zu staatlichen Hilfsleistungen erhielten. Oder aber sie nahmen die Rolle des aussichtsreichen Unternehmers an, durch die sie dann an staatlichen Entwicklungsprojekten teilnehmen konnten. Oder aber sie versuchten die Tatsache, dass sie rapatriés waren, vollkommen vergessen zu machen, indem sie andere Identifikationsmöglichkeiten, wie Familie, ethnische Gruppe, Religion oder Nachbarschaft, betonten. Enrolment, d.h. Rollenfestschreibung, nach Callon (1986) erweist sich als nützliches Instrument, mit dem soziale Integration auf der lokalen Ebene untersucht werden kann, da es ermöglicht, zwischen verschiedenen und möglicherweise konfligierenden Perspektiven auf die Rolle der Migranten zu unterscheiden.

Sechstens: Die soziale Integration der Vertriebenen in Batié war vor allem durch Ambivalenz (Bauman 1998[1991]) seitens der ihrerseits multiethnisch und multireligiös strukturierten lokalen Bevölkerung geprägt. Nach Bauman wurde diese Ambivalenz dadurch hervorgerufen, dass der burkinische Nationalstaat nicht in der Lage war, seine Klassifikation der Vertriebenen als repatriierte Bürger des Landes auf lokaler Ebene durchzusetzen. Weder Assimilation noch Segregation erwiesen sich als erfolgreiche Strategien, um mit der Massenankunft umzugehen, so dass letztendlich die Klassifikation von jedem Einzelnen individuell geleistet werden musste. Den Vertriebenen standen zwar, wie oben beschrieben, eine Reihe von Integrationspfaden zur Verfügung, jedoch wurden sie in Batié als homogene Gruppe wahrgenommen, und als solches wurde ihnen mit dem Auftreten von Konkurrenz durch die lokale Bevölkerung pauschal Misstrauen entgegengebracht. Es ist unwahrscheinlich, dass diese Ambivalenz sich unter den augenblicklichen politischen und sozialen Gegebenheiten in Burkina Faso auflösen lässt.

Siebtens und letztens: Das Muster, das sich aus den Interaktionen zwischen Migranten, Nicht-Migranten und staatlichen Akteuren ergibt, ist nicht chaotisch, unterscheidet sich aber deutlich von den Absichten, die die Regierung und die Entwicklungsakteure mit ihren Maßnahmen verfolgen. Obwohl diese vorgeben, humanitäre Hilfe zu leisten und wirtschaftliche Entwicklung zu fördern, tragen ihre Aktivitäten im Namen der rapatriés jedoch zur Verschärfung von Konflikten bei. Stereotypen und Vorurteile sind zwar menschliche Universalien, aber ihr Vorhandensein kann im Rahmen von Konflikten instrumentalisiert werden, was diese wiederum verschärft (Schlee 2006). In Batié führte die Ankunft der Vertriebenen zu erhöhtem Wettbewerb um Landressourcen, was durch die Interventionen der staatlichen Akteure noch verschlimmert wurde und zu ethnischen Spannungen zwischen Mossi auf der einen und weiteren ethnischen Gruppen, insbesondere aber den als autochthon geltenden Birifor, auf der anderen Seite führt.
Im Rahmen dieser Dissertation konnte nicht weiter untersucht werden, ob es wahrscheinlich ist, dass sich diese ethnischen Spannungen ausweiten werden oder nicht, obwohl es Anzeichen dafür gibt. Angesichts der anstehenden Präsidentschaftswahlen in Cote d’Ivoire und in Burkina Faso im Jahr 2010 wird dies eine bedeutende Fragestellung für die ethnologische Westafrikaforschung bleiben.


[1] Côte d’Ivoire ist der bei den Vereinten Nationen offiziell registrierte Name des Landes, weshalb er auch in diesem Text duchgängig verwendet wird.

[2] Hafenstadt am westlichen Ende der ivorischen Küste.

[3] Erdherren sind in vielen Teilen Westafrikas die Oberhäupter autochthoner Familien, die sowohl politische als auch spirituelle Aufgaben haben können. Im Rahmen dieser Dissertation wird nur ihre Rolle bei der Zuteilung von Land an Neuankömmlinge behandelt werden. Über Erdherren im Allgemeinen s. Boutillier (1964), Dittmer (1961) und Verdier (1965).

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