Dominik Müller nimmt Ruf auf Professur in Erlangen an

22. November 2019

Dr. Dominik Müller war seit 2016 Emmy-Noether-Nachwuchsgruppenleiter am Max-Planck-Institut für ethnologische Forschung (MPI). Jetzt hat er einen Ruf an die Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg (FAU) auf eine W2-Professur für Kultur- und Sozialanthropologie angenommen.

Dominik Müller war Emmy-Noether-Nachwuchsgruppenleiter am Max-Planck-Institut für ethnologische Forschung. Jetzt hat er einen Ruf an die Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg auf eine W2-Professur für Kultur- und Sozialanthropologie angenommen.

Müllers Professur wurde im Rahmen des Elitestudiengangs „Standards of Decision-Making Across Cultures (SDAC) – Knowledge, Authenticity, Time“ eingerichtet. Sie ist dem Institut für Sprachen und Kulturen des Nahen Ostens und Ostasiens, Department „Alte Welt und Asiatische Kulturen“, an der Philosophischen Fakultät und dem Fachbereich Theologie der FAU Erlangen-Nürnberg zugeordnet. Die Ernennung erfolgte am 11. November 2019. Dominik Müller wird aber weiterhin als Kooperationspartner mit dem MPI zusammenarbeiten. Wir haben ihn zu seinen Plänen befragt.

Dominik, erst einmal herzlichen Glückwunsch zu Deinem Ruf. Du wirst uns fehlen.
Vielen Dank, ich freue mich schon sehr auf die neuen Aufgaben, die mich ihn Erlangen erwarten. Aber ich bin ja auch nicht ganz weg vom MPI.

Wie sieht denn die weitere Zusammenarbeit mit dem MPI aus?
Die Forschungsgruppe „The Bureaucratization of Islam and its Socio-Legal Dimensions in Southeast Asia“ wird entsprechend den Regularien des Emmy-Noether-Programms während einer Übergangsphase an die FAU übertragen. Die Gruppe bleibt allerdings weiterhin Kooperationspartnerin des MPI und wird insbesondere mit der Abteilung „Recht & Ethnologie“ zusammenarbeiten.

Gibt es dafür schon konkrete Pläne?
Ja, es sind bereits verschiedene Formate in der Diskussion, darunter eine gemeinsam organisierte Veranstaltungsreihe zu transregionalen Perspektiven auf die Bürokratisierung des Islam zwischen Asien und Europa.

Kannst Du Dein umfangreiches Forschungsprogramm in Erlangen fortführen oder wirst Du dort neue Themen setzen und bearbeiten?
Ich werde meine Forschungsarbeiten zu Staat-Islam-Gesellschaftsbeziehungen in Südostasien an der FAU fortsetzen und mich in der näheren Zukunft insbesondere meinem Buchmanuskript zur Bürokratisierung des Islam in Brunei widmen.

Das heißt, für Feldforschung ist jetzt erst einmal keine Zeit mehr?
Doch, für Anfang nächsten Jahres ist ein weiterer kürzerer Feldforschungsaufenthalt bei staatlich-religiösen Institutionen in Singapur geplant.

Du wirst Dich ja jetzt auch noch mehr in der Lehre engagieren. Weißt Du schon, was Dich auf diesem Gebiet erwartet?
Im Rahmen des Elitemasterstudiengangs „Standards of Decision-Making Across Cultures (SDAC) – Knowledge, Authenticity, Time“ werde ich mich mehr der regionenübergreifenden Ethnologie der Entscheidungsfindung zuwenden. Außerdem werde ich zur Verstärkung ethnologischer Perspektiven in anderen interdisziplinären Arbeitsfeldern der FAU beitragen.

Hast Du in Erlangen bereits Kooperationspartner in der Forschung gefunden?
Ja, es wird eine enge Zusammenarbeit mit dem Käte Hamburger Kolleg für Geisteswissenschaftliche Forschung „Schicksal Freiheit und Prognose. Bewältigungsstrategien in Ostasien und Europa“ (IKGF) geben. Außerdem werde ich gemeinsam mit anderen neuen Kolleg*innen daran arbeiten, die renommierte Ostasienforschung der FAU auf den Bereich der ASEAN-Region sowie die Schnittstellen zwischen Ost- und Südostasien auszuweiten.

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