Beiträge des MPI für ethnologische Forschung im Jahrbuch der Max-Planck-Gesellschaft

2019

  • Wege aus dem Terrorismus

    2019 Görzig, Carolin

    In den Lernprozessen von Terrorgruppen können wir eine Deradikalisierungslogik ausmachen: Gruppen ändern nicht ihre Ziele, sondern hinterfragen die Mittel sowie Werte, die diese Ziele definieren. Wenn sich Gruppen deradikalisieren, splittern oft radikalere Fraktionen ab. Diese Radikalisierung führt zur Radikalisierung von staatlichen Gegenmaßnahmen. In den Lernprozessen von Terrorgruppen wird die Logik von (De-)Radikalisierungsmechanismen erkennbar. Diese Erkenntnisse lassen sich nutzen, um Co-Radikalisierungsmuster zwischen Staat und nichtstaatlichen Gruppen zu durchbrechen.

2018

  • Mensch und Land

    2018 Schlee, Günther

    Die Beziehungen zwischen Gruppen von Menschen und dem Land, das sie bewohnen, sind heterogener und komplexer als jemals zuvor. Die Abteilung „Integration und Konflikt“ am Max-Planck-Institut für ethnologische Forschung ergründet die Logik kollektiver Identifikation und Gruppenzugehörigkeit und die verschiedenen Formen von Besitzansprüchen, die mit diesen Beziehungen einhergehen. Im Süden Äthiopiens sehen sich Agropastoralisten einer zunehmenden Landnahme durch die Zuckerrohrindustrie gegenüber, die sich in den Händen von Investoren aus anderen Landesteilen und aus dem Ausland befindet.

  • Wege aus dem Terrorismus

    2018 Görzig, Carolin

    In den Lernprozessen von Terrorgruppen können wir eine Deradikalisierungslogik ausmachen: Gruppen ändern nicht ihre Ziele, sondern hinterfragen die Mittel sowie Werte, die diese Ziele definieren. Wenn sich Gruppen deradikalisieren, splittern oft radikalere Fraktionen ab. Diese Radikalisierung führt zur Radikalisierung von staatlichen Gegenmaßnahmen. In den Lernprozessen von Terrorgruppen wird die Logik von (De-)Radikalisierungsmechanismen erkennbar. Diese Erkenntnisse lassen sich nutzen, um Co-Radikalisierungsmuster zwischen Staat und nichtstaatlichen Gruppen zu durchbrechen.

2017

  • Konnektivität in Bewegung: Der Indische Ozean als maritime Kontakt- und Austauschzone

    2017 Schnepel, Burkhard
    Der Indische Ozean ist mit 69 Millionen Quadratkilometern der drittgrößte Ozean der Welt. Er verbindet Afrika, Westasien, den Indischen Subkontinent und die malaiische Inselwelt; schon früh führte er zudem Seefahrer über das Südchinesische Meer bis nach China. Seit gut 5.000 Jahren wird der Indik, zunächst in Teilgebieten, befahren. War der Monsun-Code (südwestliche Winde im Sommer, nordöstliche im Winter) um die Zeitenwende erst einmal entziffert, konnte der Ozean schon im Zeitalter der Segelschifffahrt vollständig durchfahren werden.
  • Mensch und Land

    2017 Schlee, Günther

    Die Beziehungen zwischen Gruppen von Menschen und dem Land, das sie bewohnen, sind heterogener und komplexer als jemals zuvor. Die Abteilung „Integration und Konflikt“ am Max-Planck-Institut für ethnologische Forschung ergründet die Logik kollektiver Identifikation und Gruppenzugehörigkeit und die verschiedenen Formen von Besitzansprüchen, die mit diesen Beziehungen einhergehen. Im Süden Äthiopiens sehen sich Agropastoralisten einer zunehmenden Landnahme durch die Zuckerrohrindustrie gegenüber, die sich in den Händen von Investoren aus anderen Landesteilen und aus dem Ausland befindet.

2016

  • Märkte in Bewegung. Vietnams Kleinhändler auf dem Weg der Marktwirtschaft

    2016 Endres, Kirsten W.
    Eine Gruppe von Wissenschaftlern am Max-Planck-Institut für ethnologische Forschung untersucht die vielfältigen Facetten des Kleinhandels im heutigen Vietnam. Ihre Arbeiten zeigen, dass sich Märkte auf uneinheitliche Weise konstituieren und transformieren. Dies geschieht maßgeblich im Zusammenspiel von globalen Prozessen, nationalen Entwicklungsvisionen und alltäglichen Interaktionen zwischen Händlern, Lieferanten, Kunden und Amtsträgern.
  • Konnektivität in Bewegung: Der Indische Ozean als maritime Kontakt- und Austauschzone

    2016 Schnepel, Burkhard
    Der Indische Ozean ist mit 69 Millionen Quadratkilometern der drittgrößte Ozean der Welt. Er verbindet Afrika, Westasien, den Indischen Subkontinent und die malaiische Inselwelt; schon früh führte er zudem Seefahrer über das Südchinesische Meer bis nach China. Seit gut 5.000 Jahren wird der Indik, zunächst in Teilgebieten, befahren. War der Monsun-Code (südwestliche Winde im Sommer, nordöstliche im Winter) um die Zeitenwende erst einmal entziffert, konnte der Ozean schon im Zeitalter der Segelschifffahrt vollständig durchfahren werden.

2015

  • Die normativ-technologische Konstruktion einer Wertschöpfungskette: Arganöl aus Marokko

    2015 Turner, Bertram
    Die weltweite Vermarktung von Arganöl zeigt beispielhaft, wie transnationale Netzwerke durch das Zusammenwirken von technologischer Innovation und transnationalen Rechtsfiguren ein lokales Grundnahrungsmittel als Nischenprodukt, gastronomische Spezialität und industriellen Rohstoff auf dem Weltmarkt platzieren. Dabei werden lokale Wissensbestände als Ressource durch Bioprospektion, Recht und Marktregulierung in kapitalisierbares intellektuelles Eigentum überführt. Dies hat Auswirkungen auf lokale Rechtsverhältnisse und die Lebensbedingungen der Bevölkerung.
  • Märkte in Bewegung. Vietnams Kleinhändler auf dem Weg der Marktwirtschaft

    2015 Endres, Kirsten W.
    Eine Gruppe von Wissenschaftlern am Max-Planck-Institut für ethnologische Forschung untersucht die vielfältigen Facetten des Kleinhandels im heutigen Vietnam. Ihre Arbeiten zeigen, dass sich Märkte auf uneinheitliche Weise konstituieren und transformieren. Dies geschieht maßgeblich im Zusammenspiel von globalen Prozessen, nationalen Entwicklungsvisionen und alltäglichen Interaktionen zwischen Händlern, Lieferanten, Kunden und Amtsträgern.

2014

  • Sprachliche Diversität und die Konstruktion gemeinsamer Identität in postkolonialen Kontexten: Das Beispiel der Oberen Guineaküste (Upper Guinea Coast)

    2014 Knörr, Jacqueline
    Abhängig von sozialen und politischen Bedingungen innerhalb einer Gesellschaft dienen Sprachen und bestimmte Sprachgebräuche und -stile der sozialen Inklusion und Exklusion. Sie können gemeinsame Identität stiften, Grenzen zwischen Gruppen schaffen und abbauen. Das Verhältnis von Sprache und Identität in postkolonialen Gesellschaften wird bis heute auch von den politischen Herrschaftsstrukturen der einstigen Kolonialmächte geprägt, die sich auch mit Blick auf Sprachideologien voneinander unterschieden.
  • Die normativ-technologische Konstruktion einer Wertschöpfungskette: Arganöl aus Marokko

    2014 Turner, Bertram
    Die weltweite Vermarktung von Arganöl zeigt beispielhaft, wie transnationale Netzwerke durch das Zusammenwirken von technologischer Innovation und transnationalen Rechtsfiguren ein lokales Grundnahrungsmittel als Nischenprodukt, gastronomische Spezialität und industriellen Rohstoff auf dem Weltmarkt platzieren. Dabei werden lokale Wissensbestände als Ressource durch Bioprospektion, Recht und Marktregulierung in kapitalisierbares intellektuelles Eigentum überführt. Dies hat Auswirkungen auf lokale Rechtsverhältnisse und die Lebensbedingungen der Bevölkerung.

2013

  • Das UNESCO-Welterbe als globale Institution und lokale Wirklichkeit

    2013 Brumann, Christoph
    Auch in einer erfolgreichen globalen Institution, die sich dem universalen Menschheitsinteresse verschrieben hat, zeigt sich die Bedeutung der Nationalstaaten und ihrer Bedürfnisse, die sich in den letzten Jahren vor allem in Form eines Nord-Süd-Konflikts äußern. Eine Forschungsgruppe am Max-Planck-Institut für ethnologische Forschung untersucht die Entscheidungsabläufe der UNESCO-Welterbe-Institutionen und die lokalen Auswirkungen des Welterbetitels in den gefeierten historischen Städten Kyoto, Istanbul, Malakka und Xiʼan.
  • Sprachliche Diversität und die Konstruktion gemeinsamer Identität in postkolonialen Kontexten: Das Beispiel der Oberen Guineaküste (Upper Guinea Coast)

    2013 Knörr, Jacqueline
    Abhängig von sozialen und politischen Bedingungen innerhalb einer Gesellschaft dienen Sprachen und bestimmte Sprachgebräuche und -stile der sozialen Inklusion und Exklusion. Sie können gemeinsame Identität stiften, Grenzen zwischen Gruppen schaffen und abbauen. Das Verhältnis von Sprache und Identität in postkolonialen Gesellschaften wird bis heute auch von den politischen Herrschaftsstrukturen der einstigen Kolonialmächte geprägt, die sich auch mit Blick auf Sprachideologien voneinander unterschieden.

2012

  • Rechtspluralismus als Kulturkampf

    2012 Benda-Beckmann, Franz von; Benda-Beckmann, Keebet von
    In West-Sumatra hat die politische Freiheit nach dem Fall des Suharto-Regimes 1998 zu drei widersprüchlichen Revitalisierungen der politischen, ideologischen und rechtlichen Ordnungsprinzipien geführt. Debattiert wird die Rückgewinnung von demokratischen Verfassungsprinzipien, die Intensivierung des Islam sowie des auf Tradition (Adat) beruhenden ethnischen Rechts. Dies führt zu Diskussionen über die „wahre“ Kultur und ethnische Identität der Minangkabau, in deren Zentrum die Frage nach der Balance zwischen den gleichzeitig um ihre Anerkennung ringenden rechtlichen Ordnungssystemen steht.
  • Das UNESCO-Welterbe als globale Institution und lokale Wirklichkeit

    2012 Brumann, Christoph
    Auch in einer erfolgreichen globalen Institution, die sich dem universalen Menschheitsinteresse verschrieben hat, zeigt sich die Bedeutung der Nationalstaaten und ihrer Bedürfnisse, die sich in den letzten Jahren vor allem in Form eines Nord-Süd-Konflikts äußern. Eine Forschungsgruppe am Max-Planck-Institut für ethnologische Forschung untersucht die Entscheidungsabläufe der UNESCO-Welterbe-Institutionen und die lokalen Auswirkungen des Welterbetitels in den gefeierten historischen Städten Kyoto, Istanbul, Malakka und Xiʼan.

2011

  • Nationaler Zusammenhalt in schwachen Staaten

    2011 Knörr, Jacqueline
    Gemeinhin werden sogenannte schwache Staaten insbesondere in der postkolonialen Welt mit schwachem nationalen Zusammenhalt in Verbindung gebracht. Eine Forschergruppe am Max-Planck-Institut für ethnologische Forschung hat belegt, dass nationale Identitäten in schwachen Staaten oft stärker ausgeprägt sind, als gemeinhin suggeriert wird. Sie können dort maßgeblich dazu beitragen, Konflikte zu regulieren sowie den Prozessen sozialer Reintegration und Versöhnung in postkonfliktären Situationen zum gesellschaftlichen Durchbruch zu verhelfen.
  • Rechtspluralismus als Kulturkampf

    2011 Benda-Beckmann, Franz von; Benda-Beckmann, Keebet von
    In West-Sumatra hat die politische Freiheit nach dem Fall des Suharto-Regimes 1998 zu drei widersprüchlichen Revitalisierungen der politischen, ideologischen und rechtlichen Ordnungsprinzipien geführt. Debattiert wird die Rückgewinnung von demokratischen Verfassungsprinzipien, die Intensivierung des Islam sowie des auf Tradition (Adat) beruhenden ethnischen Rechts. Dies führt zu Diskussionen über die „wahre“ Kultur und ethnische Identität der Minangkabau, in deren Zentrum die Frage nach der Balance zwischen den gleichzeitig um ihre Anerkennung ringenden rechtlichen Ordnungssystemen steht.

2010

  • Kaukasische Grenzen und Staatsbürgerschaft

    2010 PD Dr. Lale Yalç¿n-Heckmann
    Der Kaukasus wird häufig als eine Region von ethnonationalen Konflikten gesehen. Wissenschaftler am Max-Planck-Institut für ethnologische Forschung gehen von einer anderen Perspektive aus. Sie zeigen, wie zivile, politische und soziale Komponenten interagieren und wie Formen der Staatsbürgerschaft im Spannungsfeld historischer und gegenwärtiger Bedeutungen und Praktiken ausgehandelt werden. Die soziale Komponente der Staatsbürgerschaft scheint weiterhin relevant zu sein – besonders für Flüchtlinge und Migranten.
  • Nationaler Zusammenhalt in schwachen Staaten

    2010 Knörr, Jacqueline
    Gemeinhin werden sogenannte schwache Staaten insbesondere in der postkolonialen Welt mit schwachem nationalen Zusammenhalt in Verbindung gebracht. Eine Forschergruppe am Max-Planck-Institut für ethnologische Forschung hat belegt, dass nationale Identitäten in schwachen Staaten oft stärker ausgeprägt sind, als gemeinhin suggeriert wird. Sie können dort maßgeblich dazu beitragen, Konflikte zu regulieren sowie den Prozessen sozialer Reintegration und Versöhnung in postkonfliktären Situationen zum gesellschaftlichen Durchbruch zu verhelfen.

2009

  • Kulturhäuser in Russland und ihre gegenwärtige gesellschaftliche Bedeutung

    2009 Habeck, Joachim Otto
    Kulturhäuser sind in den Städten und Dörfern Russlands so alltäglich, dass alle, die dort gelebt haben oder längere Zeit zu Besuch waren, zu wissen glauben, wozu diese Institution dient. So überrascht es, wie wenig die Geschichte und Gegenwart der Kulturhäuser erforscht worden ist. Wissenschaftler des Max-Planck-Instituts für ethnologische Forschung haben in fünf Orten Sibiriens vergleichend untersucht, welche Rolle das Kulturhaus im heutigen Kulturbetrieb spielt und wie sich die Bereiche Bildung und Freizeit gewandelt haben.
  • Kaukasische Grenzen und Staatsbürgerschaft

    2009 PD Dr. Lale Yalç¿n-Heckmann
    Der Kaukasus wird häufig als eine Region von ethnonationalen Konflikten gesehen. Wissenschaftler am Max-Planck-Institut für ethnologische Forschung gehen von einer anderen Perspektive aus. Sie zeigen, wie zivile, politische und soziale Komponenten interagieren und wie Formen der Staatsbürgerschaft im Spannungsfeld historischer und gegenwärtiger Bedeutungen und Praktiken ausgehandelt werden. Die soziale Komponente der Staatsbürgerschaft scheint weiterhin relevant zu sein – besonders für Flüchtlinge und Migranten.

2008

  • Biomedizin in Afrika

    2008 Rottenburg, Richard
    Eine Forschergruppe am Max-Planck-Institut für ethnologische Forschung untersucht, wie die Biomedizin durch ihre Aktivitäten in Afrika geprägt wird. Biomedizin wird als ein Ensemble von Ideen, Technologien und Praktiken verstanden, das der Krankheitsvorsorge und Heilung dient, gleichzeitig aber die menschlichen Körper an eine politische Ordnung bindet. Afrika ist mehr als jede andere Region weltwirtschaftlich marginalisiert und ist deshalb zu einem Ort der Konflikte, der Ausnahmezustände und damit auch zu einem Laboratorium für soziale, politische und juridische Lösungsmodelle geworden.
  • Kulturhäuser in Russland und ihre gegenwärtige gesellschaftliche Bedeutung

    2008 Habeck, Joachim Otto
    Kulturhäuser sind in den Städten und Dörfern Russlands so alltäglich, dass alle, die dort gelebt haben oder längere Zeit zu Besuch waren, zu wissen glauben, wozu diese Institution dient. So überrascht es, wie wenig die Geschichte und Gegenwart der Kulturhäuser erforscht worden ist. Wissenschaftler des Max-Planck-Instituts für ethnologische Forschung haben in fünf Orten Sibiriens vergleichend untersucht, welche Rolle das Kulturhaus im heutigen Kulturbetrieb spielt und wie sich die Bereiche Bildung und Freizeit gewandelt haben.

2007

  • Recht und die Konstruktion von Kulturerbe: Das Fallbeispiel Kurische Nehrung (Litauen)

    2007 Peleikis, Anja
    In der Ethnologie wird Kulturerbe vor allem als kulturelle Produktion verstanden, die sich aus Gegenwartsinteressen heraus auf die Vergangenheit bezieht. Am Beispiel des UNESCO-Weltkulturerbes „Kurische Nehrung“ lassen sich Kulturerbe-Konstruktionen vor dem Hintergrund wandelnder nationalstaatlicher Zugehörigkeiten beschreiben. Das Handeln der daran beteiligten Akteure wird von rechtlichen Vorstellungen geprägt, die ihren Ursprung in Rechtsordnungen aus unterschiedlichen Epochen & Gegenden haben. Diese Vorstellungen wirken aber bis in die Gegenwart nach & können neu ins Leben gerufen werden.
  • Biomedizin in Afrika

    2007 Rottenburg, Richard
    Eine Forschergruppe am Max-Planck-Institut für ethnologische Forschung untersucht, wie die Biomedizin durch ihre Aktivitäten in Afrika geprägt wird. Biomedizin wird als ein Ensemble von Ideen, Technologien und Praktiken verstanden, das der Krankheitsvorsorge und Heilung dient, gleichzeitig aber die menschlichen Körper an eine politische Ordnung bindet. Afrika ist mehr als jede andere Region weltwirtschaftlich marginalisiert und ist deshalb zu einem Ort der Konflikte, der Ausnahmezustände und damit auch zu einem Laboratorium für soziale, politische und juridische Lösungsmodelle geworden.

2006

  • Integration und Konflikt in Zentralasien

    2006 Finke, Peter
    In den Jahren nach dem Auseinandergehen der Sowjetunion hatten viele Beobachter das Ausbrechen gewaltsamer Konflikte in der Region erwartet, hervorgerufen durch die dramatische Verschlechterung von Lebensbedingungen und von häufig willkürlichen politischen Grenzziehungen. Forschungsergebnisse des Max-Planck-Instituts für ethnologische Forschung stellen diese Sichtweise zum Teil in Frage. Am Beispiel der Konstruktion von ethnischer und nationaler Identität zweier ethnischer Gruppen in Zentralasien, der Usbeken und Kasachen, zeigt sich, dass das wechselseitige Verhältnis von vorgegebenen Identitäten und deren Alltagsdeutung besser als ein dialektisches verstanden werden sollte, bei dem ein Bezug zu historischen Parametern und sozialen Konfigurationen vorhanden sein muss, um Plausibilität und Legitimität zu erreichen.
  • Religion und Kultur in Zentralasien: Sowjetische Vermächtnisse und neue Herausforderungen

    2006 Mathijs Pelkmans
    Nach Jahrzehnten des militanten sowjetischen Säkularismus beobachtet man ein Wiedererstarken der Religion in Zentralasien. Es wird häufig angenommen, dass dies eine Folge des spirituellen und ideologischen Vakuums war, das mit dem Zusammenbruch des Sowjetreiches einherging. Forschungsarbeiten am Max-Planck-Institut für ethnologische Forschung legen aber nahe, dass der Erfolg des „religiösen Nationalismus“ in den 1990er Jahren in vielerlei Hinsicht eine Fortführung sowjetischer Ideen darstellte. Doch die Fehlschläge des Übergangs machten diese „nationalen“ Religionen zunehmend verwundbar gegenüber supranational orientierten religiösen Gruppen. Die Erfolge dieser Gruppen stellen eine Herausforderung für lokale Vorstellungen über die Beziehung zwischen Religion und Kultur dar.
  • Recht und die Konstruktion von Kulturerbe: Das Fallbeispiel Kurische Nehrung (Litauen)

    2006 Peleikis, Anja
    In der Ethnologie wird Kulturerbe vor allem als kulturelle Produktion verstanden, die sich aus Gegenwartsinteressen heraus auf die Vergangenheit bezieht. Am Beispiel des UNESCO-Weltkulturerbes „Kurische Nehrung“ lassen sich Kulturerbe-Konstruktionen vor dem Hintergrund wandelnder nationalstaatlicher Zugehörigkeiten beschreiben. Das Handeln der daran beteiligten Akteure wird von rechtlichen Vorstellungen geprägt, die ihren Ursprung in Rechtsordnungen aus unterschiedlichen Epochen & Gegenden haben. Diese Vorstellungen wirken aber bis in die Gegenwart nach & können neu ins Leben gerufen werden.

2005

  • Kulturlandschaft Sibirien

    2005 Habeck, Joachim Otto
    Dieser Forschungsbericht skizziert ein Projekt über die verschiedenen Bedeutungen und Dimensionen des Begriffes „Kultur“ am Beispiel Sibiriens, einer Region, die im Ruf steht, wenig oder gar nicht „kultiviert“ zu sein und dennoch einer erstaunlich großen Zahl verschiedener „Kulturen“ ein Zuhause bietet.
  • Rechtliche Verfahren in neuen staatlichen Konfigurationen: Integration von Minderheiten in Indien und China

    2005 Pirie, Fernanda
    Weltweit sehen sich neu gegründete wie auch etablierte Staaten mit der Aufgabe konfrontiert, Rechts- und Regierungssysteme sowie Systeme der sozialen Kontrolle zu entwickeln, die die Eingliederung von Minderheiten ermöglichen. Ein Forschungsprojekt am Max-Planck-Institut für ethnologische Forschung untersucht die gegensätzlichen Erfahrungen tibetischer Gruppen in Indien und China mit der staatlichen Kontrolle. Dabei zeigt sich, dass die jeweils eigenen Ordnungskonzepte die Reaktionen und Antworten dieser Gruppen auf die Rechtsregime der sie integrierenden Staaten bedeutsam beeinflussen.
  • Integration und Konflikt in Zentralasien

    2005 Finke, Peter
    In den Jahren nach dem Auseinandergehen der Sowjetunion hatten viele Beobachter das Ausbrechen gewaltsamer Konflikte in der Region erwartet, hervorgerufen durch die dramatische Verschlechterung von Lebensbedingungen und von häufig willkürlichen politischen Grenzziehungen. Forschungsergebnisse des Max-Planck-Instituts für ethnologische Forschung stellen diese Sichtweise zum Teil in Frage. Am Beispiel der Konstruktion von ethnischer und nationaler Identität zweier ethnischer Gruppen in Zentralasien, der Usbeken und Kasachen, zeigt sich, dass das wechselseitige Verhältnis von vorgegebenen Identitäten und deren Alltagsdeutung besser als ein dialektisches verstanden werden sollte, bei dem ein Bezug zu historischen Parametern und sozialen Konfigurationen vorhanden sein muss, um Plausibilität und Legitimität zu erreichen.
  • Religion und Kultur in Zentralasien: Sowjetische Vermächtnisse und neue Herausforderungen

    2005 Mathijs Pelkmans
    Nach Jahrzehnten des militanten sowjetischen Säkularismus beobachtet man ein Wiedererstarken der Religion in Zentralasien. Es wird häufig angenommen, dass dies eine Folge des spirituellen und ideologischen Vakuums war, das mit dem Zusammenbruch des Sowjetreiches einherging. Forschungsarbeiten am Max-Planck-Institut für ethnologische Forschung legen aber nahe, dass der Erfolg des „religiösen Nationalismus“ in den 1990er Jahren in vielerlei Hinsicht eine Fortführung sowjetischer Ideen darstellte. Doch die Fehlschläge des Übergangs machten diese „nationalen“ Religionen zunehmend verwundbar gegenüber supranational orientierten religiösen Gruppen. Die Erfolge dieser Gruppen stellen eine Herausforderung für lokale Vorstellungen über die Beziehung zwischen Religion und Kultur dar.

2004

  • Besitz und Eigentum: Offener Zugang zu Land, Wissen und Kultur?

    2004 Hann, Christopher
    Die Forschungsgruppe "Besitz und Eigentum" des Max-Planck-Instituts für ethnologische Forschung richtet ihr Hauptaugenmerk vor allem auf die sowohl in ökonomischer als auch sozialer Hinsicht enttäuschenden Ergebnisse des Dekollektivierungsprozesses auf dem Land in den postsozialistischen Staaten. Auf theoretischer Ebene überwindet die Arbeit der Gruppe die Zweiteilung in privates und kollektives Eigentum, welche traditionell europäische Auffassungen von Besitz und Eigentum gekennzeichnet hat und auch weiterhin eine ideologische Rolle spielt. Stattdessen macht die Gruppe Gebrauch von einem analytischen Modell, das von Kollegen in der Rechtsethnologie entwickelt wurde und das die Pluralität von Besitzvereinbarungen sowie deren Multifunktionalität betont. Dieses Modell erweist sich als nützlich bei der Untersuchung von Eigentumsverhältnissen in allen menschlichen Gesellschaften, einschließlich derer mit "einfacheren" Technologien. Es kann auch auf dem Gebiet des geistigen Eigentums angewendet werden, zum Beispiel wenn indigene Gruppen Ansprüche auf einzigartiges "kulturelles Eigentum" erheben. Jüngste Aufrufe, Wissen frei zugänglich zu machen, verweisen auf ähnliche Problemstellungen: Die Aufstellung kategorischer Eigentumsprinzipien muss immer auch durch eine genaue Beachtung von Institutionen und Praktiken ergänzt werden.
  • Integration durch Konflikt: Interethnische Beziehungen und Ressourcenmanagement im westlichen Afrika

    2004 Dafinger, Andreas
    Das hohe Konfliktpotenzial sich ethnisch und ökonomisch abgrenzender Gruppen ist für weite Teile des subsaharischen Afrika bestimmend. Auch die Auseinandersetzungen der 1990er-Jahre in Ruanda und die gegenwärtigen Konflikte in Nigeria instrumentalisierten nicht zuletzt die Spannungen zwischen den Viehzucht betreibenden (pastoralen) und den bäuerlichen Gruppen. Staatliche und internationale Institutionen versuchen oft, diesem Problem mit einer Vermeidungspolitik zu begegnen, die die Abgrenzung der beteiligten Parteien propagiert und gleichzeitig die wirtschaftliche Produktivität durch Landrechtsreformen und die Vergabe von Landtiteln abzusichern sucht. Wie die vergleichenden Untersuchungen zeigen, können Konflikte bis zu einem bestimmen Maße auch integrativ wirken und die Koexistenz der Gruppen sowie die wirtschaftliche Arbeitsteilung oft erst ermöglichen. Die räumliche und soziale Trennung kann, wie das Beispiel des Kameruner Graslandes zeigt, durchaus gegenläufige Konsequenzen haben und bestehende Auseinandersetzungen verschärfen.
  • Kulturlandschaft Sibirien

    2004 Habeck, Joachim Otto
    Dieser Forschungsbericht skizziert ein Projekt über die verschiedenen Bedeutungen und Dimensionen des Begriffes „Kultur“ am Beispiel Sibiriens, einer Region, die im Ruf steht, wenig oder gar nicht „kultiviert“ zu sein und dennoch einer erstaunlich großen Zahl verschiedener „Kulturen“ ein Zuhause bietet.
  • Rechtliche Verfahren in neuen staatlichen Konfigurationen: Integration von Minderheiten in Indien und China

    2004 Pirie, Fernanda
    Weltweit sehen sich neu gegründete wie auch etablierte Staaten mit der Aufgabe konfrontiert, Rechts- und Regierungssysteme sowie Systeme der sozialen Kontrolle zu entwickeln, die die Eingliederung von Minderheiten ermöglichen. Ein Forschungsprojekt am Max-Planck-Institut für ethnologische Forschung untersucht die gegensätzlichen Erfahrungen tibetischer Gruppen in Indien und China mit der staatlichen Kontrolle. Dabei zeigt sich, dass die jeweils eigenen Ordnungskonzepte die Reaktionen und Antworten dieser Gruppen auf die Rechtsregime der sie integrierenden Staaten bedeutsam beeinflussen.

2003

  • Besitz und Eigentum: Offener Zugang zu Land, Wissen und Kultur?

    2003 Hann, Christopher
    Die Forschungsgruppe "Besitz und Eigentum" des Max-Planck-Instituts für ethnologische Forschung richtet ihr Hauptaugenmerk vor allem auf die sowohl in ökonomischer als auch sozialer Hinsicht enttäuschenden Ergebnisse des Dekollektivierungsprozesses auf dem Land in den postsozialistischen Staaten. Auf theoretischer Ebene überwindet die Arbeit der Gruppe die Zweiteilung in privates und kollektives Eigentum, welche traditionell europäische Auffassungen von Besitz und Eigentum gekennzeichnet hat und auch weiterhin eine ideologische Rolle spielt. Stattdessen macht die Gruppe Gebrauch von einem analytischen Modell, das von Kollegen in der Rechtsethnologie entwickelt wurde und das die Pluralität von Besitzvereinbarungen sowie deren Multifunktionalität betont. Dieses Modell erweist sich als nützlich bei der Untersuchung von Eigentumsverhältnissen in allen menschlichen Gesellschaften, einschließlich derer mit "einfacheren" Technologien. Es kann auch auf dem Gebiet des geistigen Eigentums angewendet werden, zum Beispiel wenn indigene Gruppen Ansprüche auf einzigartiges "kulturelles Eigentum" erheben. Jüngste Aufrufe, Wissen frei zugänglich zu machen, verweisen auf ähnliche Problemstellungen: Die Aufstellung kategorischer Eigentumsprinzipien muss immer auch durch eine genaue Beachtung von Institutionen und Praktiken ergänzt werden.
  • Integration durch Konflikt: Interethnische Beziehungen und Ressourcenmanagement im westlichen Afrika

    2003 Dafinger, Andreas
    Das hohe Konfliktpotenzial sich ethnisch und ökonomisch abgrenzender Gruppen ist für weite Teile des subsaharischen Afrika bestimmend. Auch die Auseinandersetzungen der 1990er-Jahre in Ruanda und die gegenwärtigen Konflikte in Nigeria instrumentalisierten nicht zuletzt die Spannungen zwischen den Viehzucht betreibenden (pastoralen) und den bäuerlichen Gruppen. Staatliche und internationale Institutionen versuchen oft, diesem Problem mit einer Vermeidungspolitik zu begegnen, die die Abgrenzung der beteiligten Parteien propagiert und gleichzeitig die wirtschaftliche Produktivität durch Landrechtsreformen und die Vergabe von Landtiteln abzusichern sucht. Wie die vergleichenden Untersuchungen zeigen, können Konflikte bis zu einem bestimmen Maße auch integrativ wirken und die Koexistenz der Gruppen sowie die wirtschaftliche Arbeitsteilung oft erst ermöglichen. Die räumliche und soziale Trennung kann, wie das Beispiel des Kameruner Graslandes zeigt, durchaus gegenläufige Konsequenzen haben und bestehende Auseinandersetzungen verschärfen.
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