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In einem ganzseitigen Artikel erweitert Carolin Görzig David Rapoports Modell der Entwicklung des modernen Terrorismus in vier Wellen. Während individuelle Lebensläufe sehr divergieren und kaum belastbare Schlüsse auf die Entwicklung des Terrorismus zulassen, verspricht eine Generationen-Analyse sehr viel aussagekräftigere Erkenntnisse. Dabei lässt sich beobachten, dass Ideologien und Feindbilder offensichtlich jeweils an die übernächste Generation weitergegeben werden. Terrorgruppen lernen aber nicht nur den Einsatz von Gewalt. Die nordirische IRA und die ägyptische Gamaa Islamiya haben zum Beispiel erkannt, dass es sich lohnt, der Gewalt abzuschwören und politische Wege zu suchen, um ihren Interessen Gehör zu verschaffen. mehr

Jeder Mensch kann wohnungslos werden. Gründe dafür gibt es viele: persönliche Schicksalsschläge, Krankheit, der Verlust des Arbeitsplatzes oder eines geliebten Menschen. Schätzungen zufolge hat sich die Zahl der wohnungslosen Menschen in Deutschland in den letzten zehn Jahren verdreifacht. Luisa Schneider spricht in dieser Sendung der Reihe Campus Talks auf ARD-alpha über ihre ethnologische Langzeitstudie mit Wohnungslosen in Leipzig und erklärt, warum viele Menschen Schwierigkeiten haben, die staatlichen Hilfsangebote in Anspruch zu nehmen. mehr

Seit dem Ausbruch der Corona-Pandemie geben wir uns nicht mehr die Hand. Was verändert sich dadurch im sozialen Leben und woher kommt diese Geste der Begrüßung überhaupt? Ursula Rao beantwortet in diesem Beitrag des ZDF Fragen nach den Ursprüngen, der Bedeutung und der Zukunft des Händeschüttelns. mehr

Seit April 2020 ist Ursula Rao Direktorin der neuen Abteilung „Ethnologie, Politik und Governance“ am Max-Planck-Institut für ethnologische Forschung in Halle. Sie vollzieht zum 1. September den vollständigen Wechsel von der Universität Leipzig, wo sie acht Jahre (2012-2020) das Institut für Ethnologie geleitet hat.
Ebenfalls im April 2020 hat Biao Xiang den Ruf zum Direktor am MPI angenommen. Xiang wird die neue Abteilung „Anthropologie der wirtschaftlichen Experimente“ leiten. Während des Übergangs von seiner Stelle als Professor für Sozialanthropologie an der Universität Oxford ist er am MPI zunächst auf Teilzeitbasis tätig. Ab September 2021 wird er seine Abteilung dann in Vollzeit leiten. mehr

Anfang März war ein kritischer Wendepunkt im Selbstverständnis vieler Europäerinnen und Europäer. Die mediale Verbreitung dramatischer Szenen aus hoffnungslos überfüllten Krankenhäusern in Norditalien, verzweifelte Aufrufe von Krankenhauspersonal und Bilder überfüllter Leichenwägen führte zur kollektiven Einsicht, dass wir uns inmitten einer Pandemie befanden. Das mysteriöse neue Corona Virus und der damit verbundene gesellschaftliche Lockdown ließen sich nicht mehr wie in den Monaten zuvor auf das weit entfernte China reduzieren. Mit der Verbreitung der Bilder aus Italien verankerte sich in den Köpfen vieler Menschen das Bewusstsein, dass Covid-19 bereits mitten unter uns war und dass es eine größere Bedrohung darstellte als eine vorübergehende Grippewelle. Mit dieser Einsicht ging es Schlag auf Schlag. In beispielloser Geschwindigkeit wurden das öffentliche und wirtschaftliche Leben heruntergefahren, Grenzen geschlossen und die Bewegungsfreiheit auf ein Minimum eingeschränkt. Plötzlich konnte vieles, was soeben noch Teil des Selbstverständnisses vieler Bürgerinnen und Bürger liberaler Demokratien gewesen war, nicht mehr als gegeben hingenommen werden. Selbst simple Formen der Alltagsmobilität wie die Ausübung der Arbeit, die Fahrt dorthin in öffentlichen Verkehrsmitteln, Einkäufe oder der Besuch bei Bekannten und Familie waren auf einmal mit komplexen bürokratischen und moralischen Einschränkungen behaftet. mehr

Die Corona-Krise trifft nicht alle Menschen in gleichem Maße. Darüber besteht große Einigkeit. Aber wie genau marginalisierte Gruppen die Pandemie er- und überleben und welche Konsequenzen für sie die Kontaktbeschränkungen haben, davon weiß man wenig. Luisa Schneider aus der Abteilung ‚Recht & Ethnologie‘ am Max-Planck-Institut für ethnologische Forschung ist nahe dran an wohnungslosen Menschen, deren Alltag sie seit 14 Monaten genau beobachtet. Ihre Erfahrung mit der Ebola-Epidemie in Westafrika hat dazu beigetragen, die Versorgung und den Schutz obdachloser Menschen in Leipzig in der Krise aufrechtzuerhalten und neue Hilfsangebote zu entwickeln. mehr

Die Auswirkungen der Corona-Pandemie sind überall zu spüren. Sie beeinflussen Natur, Gesellschaft, Wirtschaft und – auch die Sprache. Denn auf der Suche nach passenden Ausdruckformen für das globalen Infektionsgeschehen werden immer wieder dieselben Metaphern bemüht: Die Krise wirke wie ein „Brennglas“, sie sei ein „Entwicklungsbad“ manchmal werden ihr sogar die Eigenschaften eines „Brandbeschleunigers“ zugeschrieben. Diese Sprachbilder sollen vor allem eines zeigen: Dass seit dem Auftauchen des Virus etwas sichtbar ist, was vorher viel weniger klar zu erkennen war. Aber was genau ist das? Wie verändert das Virus unseren Blick auf die Welt und was sehen wir jetzt plötzlich so deutlich? Für diese Fragen sind Ethnologen ausgewiesene Spezialisten. Denn sie können eines ganz besonders gut: Genau hinschauen und beschreiben, was sie gesehen haben. In den beiden Blogs des MPI sind in den letzten Wochen zahlreiche Texte zur aktuellen Krise erschienen. mehr

Ein von der EU finanziertes Projekt mit dem Titel „Vulnerabilities under the Global Protection Regime: How Does the Law Assess, Address, Shape and Produce the Vulnerabilities of the Protection Seekers?” (VULNER) hat am Max-Planck-Institut für ethnologische Forschung (MPI) begonnen. VULNER wird vom EU-Programm „Horizont 2020“ und dem kanadischen Forschungsrat SSHRC/CRSH finanziert und hat ein Budget von 3,2 Millionen Euro für drei Jahre. VULNER verbindet die Analyse der rechtlichen und politischen Rahmenbedingungen für Migration mit empirischen Fallstudien und untersucht, wie neun Staaten in Europa, Nordamerika, Afrika und dem Nahen Osten mit der Schutzbedürftigkeit von Migranten umgehen. mehr

Am 19. und 20. Februar 2020 fand am Max-Planck-Institut für ethnologische Forschung (MPI) der Kick-Off-Workshop für das EU-Forschungsprojekt VULNER statt. Die Diskussionen während des Workshops drehten sich in erster Linie um die Methoden und Konzepte, die für die Umsetzungsphase des Projekts von Bedeutung sind. mehr

Am 12. März 2020 hat der Krisenstab des Max-Planck-Instituts für ethnologische Forschung folgende Maßnahmen beschlossen, die zunächst bis 30. April 2020 in Kraft bleiben. mehr

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